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Schieb den Gedanken nicht weg

Sexuelle Übergriffe am häufigsten in der engsten Familie

Im Rahmen der Kampagne „Schieb den Gedanken nicht weg“ hat die Stadt Langenselbold einen Vortrag „Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ angeboten.

Initiiert wurde die Kampagne von der Beratungsstelle Lawine in Kooperation mit dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau.

Roberta Bandel, Vorstandsmitglied und Beraterin der Beratungsstelle Lawine e.V. in Hanau informierte zunächst über Daten und Fakten, um dann die Täter- und Täterinnen-Profile zu erklären. Im Anschluss zeigte sie Präventionsmöglichkeiten auf.

So machte sie deutlich, dass jedes dritte bis fünfte Mädchen und jeder achte bis zehnte Junge vor dem 18. Lebensjahr mindestens einmal von sexueller Gewalt – und zwar von einer strafrechtlich relevanten Tat – betroffen ist. Sexuelle Gewalt findet am häufigsten innerhalb der engsten Familie (ca. 25 %) sowie im sozialen Nahraum (ca. 50 %) statt. Diese Zahlen beziehen sich nur auf das sogenannte Hellfeld angezeigter Straftaten. Die Zahl der sexuellen Übergriffe über das Internet nimmt stetig zu.

In etwa 80 % bis 90 % der Fälle werden Männer und männliche Jugendliche zu Tätern, zu etwa 10% bis 20 % sind Frauen und weibliche Jugendliche Täterinnen.

Bandel weist darauf hin, dass sexuelle Gewalt niemals ein Versehen oder ein „Ausrutscher“, sondern eine bewusst geplante, oft sorgfältig vorbereitete Straftat ist. Die Grenzen sind nicht fließend. Sexuelle Gewalt ist Machtmissbrauch und beginnt oft mit anscheinend zufälligen Berührungen, Beobachten oder Fotografieren von Kindern beim Ausziehen, Zeigen von pornografischen Bildern, anzüglichen Äußerungen oder Witzen. Dabei werden Abwehrhaltungen oder ein Nein oft überhört oder nicht ernst genommen. Kinder können die Grenzüberschreitungen oft nicht in Worte fassen und müssen sich oft bis zu sechs Mal jemandem offenbaren, bis ihnen jemand glaubt. Kinder geben oft verschlüsselte Signale wie Verhaltensauffälligkeiten, Schulprobleme, unverständliche Äußerungen, Bilder, etc.. Täterinnen und Täter sind oft sehr nette, empathische Menschen, die sich im Umfeld ihrer Opfer unentbehrlich machen. Sie verwickeln das Kind systematisch in ein Spinnennetz der Geheimhaltungsallianz, erpressen das Schweigen, drohen, vermitteln Schuldgefühle und erzeugen

Sexuelle Übergriffe am häufigsten in der engsten Familie

Im Rahmen der Kampagne „Schieb den Gedanken nicht weg“ hat die Stadt Langenselbold einen Vortrag „Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ angeboten.

Initiiert wurde die Kampagne von der Beratungsstelle Lawine in Kooperation mit dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau.

Roberta Bandel, Vorstandsmitglied und Beraterin der Beratungsstelle Lawine e.V. in Hanau informierte zunächst über Daten und Fakten, um dann die Täter- und Täterinnen-Profile zu erklären. Im Anschluss zeigte sie Präventionsmöglichkeiten auf.

Bild: Roberta Bandel

So machte sie deutlich, dass jedes dritte bis fünfte Mädchen und jeder achte bis zehnte Junge vor dem 18. Lebensjahr mindestens einmal von sexueller Gewalt – und zwar von einer strafrechtlich relevanten Tat – betroffen ist. Sexuelle Gewalt findet am häufigsten innerhalb der engsten Familie (ca. 25 %) sowie im sozialen Nahraum (ca. 50 %) statt. Diese Zahlen beziehen sich nur auf das sogenannte Hellfeld angezeigter Straftaten. Die Zahl der sexuellen Übergriffe über das Internet nimmt stetig zu.

In etwa 80 % bis 90 % der Fälle werden Männer und männliche Jugendliche zu Tätern, zu etwa 10% bis 20 % sind Frauen und weibliche Jugendliche Täterinnen.

Bandel weist darauf hin, dass sexuelle Gewalt niemals ein Versehen oder ein „Ausrutscher“, sondern eine bewusst geplante, oft sorgfältig vorbereitete Straftat ist. Die Grenzen sind nicht fließend. Sexuelle Gewalt ist Machtmissbrauch und beginnt oft mit anscheinend zufälligen Berührungen, Beobachten oder Fotografieren von Kindern beim Ausziehen, Zeigen von pornografischen Bildern, anzüglichen Äußerungen oder Witzen. Dabei werden Abwehrhaltungen oder ein Nein oft überhört oder nicht ernst genommen. Kinder können die Grenzüberschreitungen oft nicht in Worte fassen und müssen sich oft bis zu sechs Mal jemandem offenbaren, bis ihnen jemand glaubt. Kinder geben oft verschlüsselte Signale wie Verhaltensauffälligkeiten, Schulprobleme, unverständliche Äußerungen, Bilder, etc.. Täterinnen und Täter sind oft sehr nette, empathische Menschen, die sich im Umfeld ihrer Opfer unentbehrlich machen. Sie verwickeln das Kind systematisch in ein Spinnennetz der Geheimhaltungsallianz, erpressen das Schweigen, drohen, vermitteln Schuldgefühle und erzeugen Angst. Weitere Strategien sind das Herstellen von Komplizenschaft, Untergraben der Autorität der Eltern, Beeinflussung der Wahrnehmung des Umfeldes: Täter*innen manipulieren und intrigieren.

Sie suchen sich ihre Opfer gezielt aus, deshalb zielt die Präventionsarbeit auf Stärkung des Selbstvertrauens von Kindern, das Erweitern von Handlungskompetenzen und Informationsvermittlung. In Selbstbehauptungskursen lernen Kinder viel über ihre eigenen Grenzen, diese zu spüren und zu setzen sowie sie bei anderen einzuhalten.

Nach und während des Vortrags beantwortete Bandel viele Fragen aus dem Publikum und diskutierte mit den Besucherinnen und Besuchern einige Aspekte der Problematik.

„Auch die Beratungsstelle Lawine e.V. bietet neben der Beratung für Betroffene ein breites Spektrum an Präventionsarbeit an“, so Referentin Roberta Bandel, „Fachtage, Info-Veranstaltungen, Selbstbehauptungskurse, Eltern Informationsabende, etc.. – wir kommen sehr gerne in Ihre Einrichtung“. Abschließend bedankte sich die Referentin bei Bürgermeister Timo Greuel, der mit der Teilnahme an der Plakat-Kampagne die Aktion unterstützt und damit hilft, in der Bevölkerung eine Sensibilität für das Thema herzustellen.

Die Familien- und Jugendförderung der Stadt Langenselbold bietet regelmäßig Selbstbehauptungskurse für Kinder an. Gerade haben wieder 12 Kinder einen solchen Kurs absolviert.

Die Beratungsstelle Lawine e.V. hat ein Beratungstelefon eingerichtet:  06181 256602. www.lawine-ev.de


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