Kinderzeichnungen aus dem Konzentrationslager Buchenwald stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Es gibt hier keine Kinder. Zeichnungen eines kindlichen Historikers“, die am Mittwoch, den 4. März 2026, im Stucksaal Langenselbold stattfindet. Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr mit einem offenen Rundgang durch die Ausstellung; der begleitende Vortrag startet gegen 19:00 Uhr.
Die Zeichnungen stammen von Thomas Geve, der als Jugendlicher die Konzentrationslager Auschwitz, Groß-Rosen und Buchenwald überlebte und seine Erlebnisse unmittelbar nach der Befreiung zeichnerisch dokumentierte. Die Arbeiten sind Teil einer Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und geben einen eindringlichen Einblick in den Lageralltag aus der Perspektive eines Kindes. Sie machen sichtbar, wie sich das alltägliche Grauen der Konzentrationslager auf junge Menschen auswirkte, und verstehen sich als Mahnung gegen das Vergessen.
Der Abend beginnt um 18:00 Uhr mit der Möglichkeit, die Ausstellung in Ruhe zu besichtigen. Gegen 19:00 Uhr folgt der begleitende Vortrag von Werner Fromm.
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen neben den Zeichnungen auch die Geschichten dreier Langenselbolder Widerstandskämpfer: Karl Reidel, Helmut Röder und Karl Hohmann. Sie waren politische Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald und überlebten die Haft. Karl Reidel, Fromms Großvater, war als Gewerkschafter und Kommunist früh ins Visier der Nationalsozialisten geraten. Nach Haft und Verurteilung wurde er 1938 nach Buchenwald deportiert. Im Lager überlebte er nur durch Solidarität unter den Häftlingen – unter anderem durch die Hilfe seines Freundes Helmut Röder. Gemeinsam mit Karl Roman zählt er zu jenen Langenselboldern, deren Schicksale beispielhaft für politischen Widerstand und Zivilcourage stehen.
Der Vortrag verbindet die persönlichen Lebensgeschichten mit den Zeichnungen Thomas Geves und ordnet sie in den größeren historischen Kontext ein. Zugleich schlägt Fromm eine Brücke zur Gegenwart und betont die Verantwortung jedes Einzelnen für Demokratie und Menschenwürde.
Seit 2024 bringt Fromm die Ausstellung an verschiedene Orte im Main-Kinzig-Kreis, bislang vor allem in Schulen. Die Präsentation im Stucksaal markiert nun bewusst den Schritt in eine öffentliche Erinnerungskultur.
Die Veranstaltung wird von Werner Fromm in Kooperation mit der Stadt Langenselbold organisiert und richtet sich an ein breites Publikum.
Ort: Stucksaal Langenselbold
Datum: Mittwoch, 4. März 2026
Zeit: 18:00–22:00 Uhr
Eintritt frei
Redaktion:
Stadt Langenselbold
Kontakt für Rückfragen:
Christian Fischer
06184 802-407
E-Mail senden
Kulturbeauftragter
Die genannte Kontaktperson steht für Rückfragen zum Inhalt zur Verfügung.
Die redaktionelle Gesamtverantwortung liegt bei der Stadt Langenselbold.
– redaktionell geprüft –
Stadt Langenselbold
Schloßpark 2
63505 Langenselbold
